Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) übt scharfe Kritik am geplanten Staustufenbau an der deutsch-tschechischen Grenze bei Decin: "Die geplante Staustufe an der Elbe ist ein Rückfall in das überholt geglaubte Beton-Denken", erklärte der Leiter des BUND-Elbeprojektes, Ernst Paul Dörfler, heute in Dresden.
Während ganz Europa bis 2015 die Verbesserung des ökologischen Zustandes der Flüsse anstrebe, werde an
der Elbe weiter betoniert und kanalisiert. Nicht nur die Natur werde
damit irreversibel geschädigt, auch wirtschaftlich sei die geplante
Staustufe bei Decin ein absoluter Flop. Eine durchgehende Befahrbarkeit
der Elbe könne durch diese Maßnahme nicht hergestellt werden, denn
Niedrigwasserstände gebe es nicht nur in Böhmen, sondern auch in Sachsen
und Sachsen-Anhalt. Eine Staustufe bei Decin werde als nutzloser
Betontorso das Elbtal verschandeln.
Wolfgang Riether, Landesgeschäftsführer des BUND in Sachsen, kritisierte die Haltung des Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen, Stanislaw
Tillich. "Es ist ein peinlicher Vorgang, wenn Tillich zu seiner Zeit als
Umweltminister Sachsens den geplanten Staustufenbau noch vehement
ablehnte, sich heute als Wendehals präsentiert und das Großprojekt akzeptieren will", sagte Riether. Für die Elbe in Sachsen und darüber hinaus befürchte er das Schlimmste, so Riether.
Der BUND forderte die Bürger auf, sich gegen die falsche Flusspolitik zur Wehr zu setzen und von ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch zu machen. Auch der BUND werde in seinem Protest gegen Staustufenpläne an der Elbe nicht nachlassen.
Für Rückfragen:
Ernst Paul Dörfler, BUND-Elbeprojekt |
Tel.: 0178-1617800
Wolfgang Riether | Landesgeschäftsführer BUND Landesverband Sachsen e.V. |
Tel.: +49 (0371) 30 14 77 | Mobil: 0170-169 00 69