aktualisiert am Dienstag, 1 Juni, 2010

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BUND-Pressemitteilung Halle, 1.6.2010

BUND zum Saalekanal:

Teurer als geplant, aber immer noch nutzlos

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hält den vom Landesverkehrsminister Karl-Heinz Daehre heute erneut geforderten Saalekanal für pure Geldverschwendung ohne erkennbaren Nutzen.

„Es ist schon mehr als verwunderlich, mit welcher Verbissenheit und Ignoranz der Landesverkehrsminister Sachsen-Anhalts an dem 10 Km langen Kanalprojekt zwischen der Saale bei Calbe und der Elbe bei Barby festhält,“ erklärt der Leiter des BUND-Elbeprojektes, Ernst Paul Dörfler anlässlich der Podiumsdiskussion im Hafen Halle, zu der lediglich Kanalbefürworter eingeladen wurden.

„Obwohl die Liste der Kanalkritiker immer länger wird, blendet Daehre den Sachverstand wissenschaftlicher Einrichtungen völlig aus. In großer Deutlichkeit haben Wirtschaftswissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung Leipzig, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie des Institutes für Ökologische Wirtschaftsforschung Berlin den Nutzen des geplanten Kanals in Frage gestellt.

Stattdessen vertraut Daehre allein den Kanalbau-Lobbyisten, die nach der Fertigstellung des Kanals eine Steigerung der Transporte auf der sich anschließenden Elbe um fast 400% in Aussicht stellen. Fakt ist aber, dass die Transporte auf der Elbe in den letzten zwölf Jahren um 50% eingebrochen sind und inzwischen einen historischen Tiefststand erreicht haben.“

Den zweifelhaften Wert der Prognosen zeigt der BUND an folgendem Beispiel:
Nach den ministeriellen Vorhersagen sollten auf der Elbe im Jahre 2010 15,6 Mio. Tonnen verschifft werden. Erreicht wurden 2009 aber nur 0,9 Mio. Tonnen – weniger als ein Fünfzehntel!

„Vor diesem Hintergrund muss man sich fragen, wo der Realitätssinn des Landesverkehrsministers geblieben ist?“ so Dörfler.

Nachdem selbst der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Magdeburg in der MZ Halle dem Kanal nur unzureichenden Nutzen zugesteht und der Bundesverband der Deutschen Binnenschiffer sich mit der Forderung nach dem Kanalbau zurückhält, sollte jedem Landespolitiker ein Licht aufgehen.

Die Investitionspolitik könne man auf keinen Fall dem Landesverkehrsminister allein überlassen, so der BUND.

Rückfragen:
Ernst Paul Dörfler, BUND-Elbeprojekt | Telefon 03 9244 - 290 | mobil 0178 1617800

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