aktualisiert am Montag, 22 Februar, 2010

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BUND | 17.02.2010

BUND- Bericht:
Aschermittwoch im Wasserstraßenneubauamt Magdeburg

Den Aschermittwoch nutzt das WSA Magdeburg und das WNA zum Jahresrückblick und -ausblick. Anwesend waren neben den Behördenvertretern viele Landespolitiker (meist Ausbaubefürworter) und Hafen- und Schifffahrtslobby.

Der Saale-Elbe-Kanal war das aktuelle Thema. Herr Koop (WSA MD) betonte mehrfach, dass zur Zeit eine Priorisierung der Wasserstraßenprojekte im BMVBS statt findet, die über die Projekte der nächsten fünf Jahre entscheiden soll. Signale aus der Region die sich gegen Bauprojekte wie den Saale-Kanal aussprechen, werden durchaus zur Kenntnis genommen und können Ausschlag gebend sein, ob gebaut wird oder nicht.

(Die FDP Landtagsfraktion bringt am Freitag einen Antrag mit der Forderung der Einleitung des Planfeststellungsverfahren für den Saale-Kanal in den Magdeburger Landtag ein, um so das Signal für den Kanal nach Berlin zu senden.)

Der Saale-Kanal wurde gepriesen: Er sei mehr als umweltverträglich, das Vorhaben bedeute die Aufwertung des Naturraums! In der Kosten/Nutzenanalyse wären auch die tatsächlichen Fahrrinnentiefen der Elbe berücksichtigt worden. Doch auf die Frage, an wie vielen Tagen im Jahr 2009 die geplanten 1000 Tonnen transportiert werden konnten, wurde nicht geantwortet.

Die Fahrrinnenverhältnisse auf der Elbe zwischen Saalemündung und MD seien ausreichend.

Unterhaltung: 2009 wurden 8 "stark zerstörte" und 197 "weniger stark zerstörte Buhnen" repariert, 2010 seien 41 plus 163 Buhnen "zu reparieren". Dann seien alle "Unterhaltungsrückstände" (im Bereich des WSA Magdeburg) abgearbeitet. Gebaut muss dann trotzdem noch werden, "um neuen Rückstand zu vermeiden". Alles ist wie immer mit allen zuständigen Behörden und der Biosphärenreservatsverwaltung abgestimmt.

4 Ökobuhnen sind an der Elbe 2009 fertig gestellt worden. (Fkm 451 2 links und 2 rechts). In einem Pilotprojekt werden Sandpflüge getestet, die Sandbänke egalisieren sollen, um nach einem Hochwasser "zu einer ordnungsgemäßen Sohle zu kommen".

2009 waren die Fahrverhältnisse besser als 2008, doch wurden keine konkreten Zahlen zu den Fahrrinnentiefen in 2009 genannt. (Herr Koop gab an einer Stelle zu: "1,60 Meter können wir nicht garantieren".) 0,94 Millionen Tonnen wurden auf der Elbe (Zählstelle Magdeburg) transportiert, 2008 waren es nur 0,71 Millionen Tonnen. Der Anteil an Containern beträgt rund 10 %, deren Zahl ist auf 10 399 Container im Jahr 2009 gestiegen. Es fahren fahrplanmäßig zwei Containerschiffe pro Woche. Mit diesem "Zuwachs" "entwickelt" sich die Elbe entgegen dem Trend auf den anderen Flüssen, die unter der Wirtschaftskrise leiden.

Die Abladetiefe der Container 2-lagig beträgt laut Koop 150 cm und 3-lagig 175 -- 180 cm.

Letztes Jahr hat das Wasserstraßenneubauamt 57,6 Mio. Euro (statt 55 Mio.) ausgegeben für 2010 sind ca. 58 Mio. veranschlagt und für 2011 66 Mio. Der Bund will hier relativ viel investieren. Die Zahlen des Wasser- und Schifffahrtsamtes wurden nicht genannt.

2010 werden viele Brücken gebaut oder es sollen Schleusen, vor allem die der Saale instand gesetzt werden. (BUND-Anmerkung: Auf der Saale fahren seit 4 Jahren so gut wie keine Frachtschiffe mehr -- mit der Ausnahme eines einzigen Transportes)

Ein Reeder forderte, dass die WSV einen Schleppdienst über den Domfelsen bezahlen sollten.

Ein ehemaliger Mitarbeiter des WSA entgegnete, dann könnten auch die LKWs, die im Staus stehen, Entschädigung verlangen.

Rückfragen:
Ernst Paul Dörfler, BUND-Elbeprojekt | Telefon 03 9244 - 290 | mobil 0178 1617800
Iris Brunar, BUND-Elbe-Koordinatorin | Telefon 0340 850 7978 | mobil: 0178 163 0204

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