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BUND-Presseinformation | 31.01.2010
„Aus den Worten von Staatssekretär Ferlemann spricht eine geballte Inkompetenz in Sachen Elbe. Mit nebulösen Formulierungen und in irreführenden Aussagen rechtfertigt er umstrittene Baumaßnahmen und schürt Hoffnungen auf zunehmende Transporte auf dem Wasserweg“, erklärt Ernst Paul Dörfler, Leiter des BUND-Elbeprojekes im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).
Der wissenschaftlich bestätigte Trend zu immer häufigerem Niedrigwasser der Elbe werde von Staatssekretär Ferlemann völlig ignoriert. Schon seit zwanzig Jahren sei die Elbe von der angestrebten Mindesttiefe von 1,60 m weit entfernt. An durchschnittlich vier Monaten im Jahr fehle das erforderliche Wasser. Daran würden auch die angeblichen Reparaturen nichts ändern. Zudem werde der Klimawandel das Niedrigwasserproblem weiter verschärfen. Zu behaupten, die Elbe werde ohne massiven Ausbau allein durch Buhnenreparatur und Baggerungen ganzjährig befahrbar, sei eine Irreführung der Öffentlichkeit, so der BUND.
Selbst das dem Bundesverkehrsministerium zugeordnete Bundesamt für Güterverkehr hat in einer Sonderstudie zum Hafenhinterlandverkehr festgestellt, dass die Güterschifffahrt der Elbe den Rücken kehrt. Zitat: „ Nur selten können Beförderungen mit Binnenschiffen an mehr als 200 Tagen im Jahr mit einer Abladetiefe von mindestens 1,40 m wirtschaftlich sinnvoll erfolgen“. (Anm.: Die Abladetiefe von 1,40 m entspricht der Fahrrinnentiefe von 1,60m | Link)
Völlig offen sei für den BUND die Frage, wie Ferlemann den Wasserstand der Elbe stabilisieren und Mindesttiefen „garantieren“ wolle, ohne den Fluss kanalartig auszubauen. Die Elbe habe von Natur aus schwankende Wasserstände. Mit dieser natürlichen Dynamik steht und fällt auch das UNESCO-Biosphärenreservat Mittelelbe ebenso wie das UNESCO-Welterbegebiet „Dessau-Wörlitzer Gartenreich“. „Es wäre absolut unverantwortlich, für insgesamt 0,2% des Güterverkehrs, der über die Elbe läuft, dieses internationale Natur- und Kulturerbe opfern zu wollen“, resümiert Dörfler.
Der BUND mahnt den Staatssekretär zu mehr Sorgfalt bei seinen Entscheidungen. Er sollte auch wissen, dass das Schienennetz im Elbekorridor über ausreichend freie Kapazitäten verfüge, um die anstehenden Transporte zu bewältigen, wie die DB-AG bestätigte.

Ausbau oder Unterhaltung? Nachmessen des Deckwerks.
Rückfragen:
Ernst Paul Dörfler, BUND-Elbeprojekt | Telefon 03 9244 - 290 | mobil 0178 1617800
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