Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt | 30. Januar 2010 | von Rolf Lack, 2. Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Elbstromgebietes e.V.
Frühstück mit Parlamentarischen Staatssekretär Ferlemann beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung am 29. Januar 2010
In der Ankündigung war „Grosses“ angesagt. Andre Schröder, Staatsekretär beim Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr, Sachsen-Anhalt, Thomas Menzel, Präsident der WSD Ost und der Abteilungsleiter Herr Klingen, viele Bundestagsabgeordnete, Bürgermeister, Vertreter der IHKn, sowie Vertreter der Verbände und Logistikunternehmen waren aufmerksame Zuhörer. Der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann erläuterte das weitere Vorgehen an der Elbe: „Bis Ende 2010 werde das Ziel durch Instandsetzung der Buhnen und Deckwerke und durch intelligentes Geschiebemanagement erreicht. Das Ziel heißt, eine Wassertiefe von mindestens 1,60m und mehr an 345 eisfreien Tagen zu gewährleisten. Ein Ausbau, bzw. eine Wiederaufnahme der öffentlich-rechtlichen Verfahren für die „Reststrecken“ bei Dömitz, Coswig und Magdeburg sei nicht geplant. Durch Baggern werden die Stabilität der Sohle und damit das Ziel erreicht.“ Zum beabsichtigten Planfeststellungsverfahren für den Schleusenkanal Tornitz wurde von Herrn Ferlemann nichts gesagt.
Andre Schröder griff beide Themen noch einmal auf. In Bezug auf die Elbe wurde noch einmal betont, dass Ausbauverfahren nicht vorgesehen sind. Herr Klingen bemerkte dazu, dass die Einleitung und Umsetzung der Verfahren länger als eine Legislaturperiode dauern. Hier habe ich mich gefragt, was er damit gemeint haben könnte.
Darüber hinaus kam mir diese Stellungnahme von Herrn Ferlemann bekannt vor. Als 2005 nach dem Hochwasser 2002 die Unterhaltungsarbeiten an der Elbe wieder aufgenommen werden durften, war die vorgegebene Zielsetzung doch genauso. Als Vertreter des Vereins zur Förderung des Elbstromgebietes brachte ich auch meine Enttäuschung zum Ausdruck, hatte ich doch etwas Großes erwartet. Die Kosten für eine Buhnenverlängerung in den Reststrecken dürften auf Dauer die ständigen Kosten für das Geschiebemanagement unterschreiten, zumal die Wirkungsweise richtig gebauter Buhnen die Wassertiefe von 1,60 m zu jeder Zeit herstellen. Die Logistikunternehmen stehen dann nicht vor der Sandbank, die erst durch Antransport der Geräte und Baggern wieder passierbar wird.
Herr Klingen sprach auch die negativen Pressemitteilungen über die Elbe an. In den Samstagsausgaben der Zeitungen war auch ein Bericht über die Pressekonferenz zu lesen: „ Mindestens 1,60 Meter – Elbe soll vertieft werden“ Daneben ein Containerschiff mit über 5000 TEU an Bord. Was soll denn der unbedarfte Leser davon halten?
Auch Redakteure müssen betreut werden, wenn nicht, dann muss man sich nicht über negative Berichte aufregen. Die Aufforderung an alle Anwesenden zu verstärkter positiver Öffentlichkeitsarbeit ist sicherlich richtig, aber einer muss anfangen. Ich bin bereit die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung zu unterstützen. Wichtig ist eine verständliche Sachaufklärung, z. B. das die Oberelbe nicht vertieft wird auf 1,60m, denn diese ist zu 90% vorhanden. Es gilt die wenigen lokalen Sandbänke so zu glätten, dass diese Tauchtiefen bestimmenden Stellen eine durchgehende Wassertiefe von 1,60 m hergeben. Ich habe in der vergangenen Zeit viele Vorträge in kleinen Kreisen gehalten und stoße immer wieder auf folgende Argumente: -es werden Staustufen in der Elbe gebaut, - die Ufer werden beschottert und die Elbe betoniert, – die Elbe wird um 1 m vertieft, – mit dem Klimawechsel wird das Elbegebiet versteppen usw.
Hier ist gute Öffentlichkeitsarbeit gefordert, die vor Ort gemacht wird
Nun warte ich noch auf das angekündigte „Grosse“. Vielleicht gibt es noch ein Frühstück mit unserem Bundesverkehrsminister.