PRO ELBE & BUND | Aken/Magdeburg | 15.9.2008
Landesverkehrsminister Daehre sollte zur Messlatte greifen
Die in Prag gestartete und bis Hamburg geplante Image-Kampagne der Industrie- und Handelskammern für die Wasserstraße Elbe soll heute Sachsen-Anhalt erreichen und für die Fortführung der Baumaßnahmen werben.
Die Fahrrinnentiefe von 1,60 m solle so schnell wie möglich erreicht werden, heißt es seitens der Handelkammern.
Dazu erklärt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):
„Die Elbe führt auch in diesem Jahr seit Anfang Juni Niedrigwasser und die Frachtschifffahrt liegt am Boden. Derzeit kann nicht einmal eine Tiefe von 1 m garantiert werden, weil das Wasser knapp ist. Selbst das Ausstellungsschiff mit einem Zelt als Ladung an Bord hat Schwierigkeiten, bei diesen Wasserständen voranzukommen. Alle Spatzen pfeifen es vom Dach, dass mit dem Klimawandel die Witterungsextreme zunehmen, auch die Niedrigwasserextreme. Daran können auch noch so viele Baggerungen und Steinschüttungen am Ufer der Elbe nichts ändern.
Doch für die Industrie- und Handelskammern scheint es keinen Klimawandel zu geben.
Es ist wohl auch sekundär, ob Schiffe fahren können oder nicht, wenn nur Jahr für Jahr Millionen Euro an Steuergeldern an Elbe und Saale verbaut werden können, so Ernst Paul Dörfler vom BUND-Elbeprojekt.“
„Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre sollte sich zu Weihnachten eine Messlatte schenken lassen. Damit kann er täglich die Tiefe der Elbe messen, um die Sinnlosigkeit des geplanten Saale-Elbe-Kanals und der Baumaßnahmen an der Elbe zu begreifen“, empfiehlt Iris Brunar, Sprecherin der Bürgerinitiative PRO ELBE.
„Die Realität belegt es: Die geforderte ganzjährige Befahrbarkeit der Elbe mit Frachtschiffen ist zunehmend eine Illusion. Ganzjährig kann nur auf der Schiene, aber nicht auf der Elbe transportiert werden.“
Rückfragen:
Iris Brunar | Sprecherin PRO ELBE | mobil 0178 - 16 30 204
Ernst Paul Dörfler | BUND-Elbeprojekt | mobil 0178 - 1617800
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