Pressemitteilung BUND | 26.08.2008
BUND bekräftigt UBA-Position: Klimawandel stellt Schifffahrt infrage
Nach dem aktuell vorgelegten Güterverkehrsbericht der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost wurden auf der Elbe 2007 (Messstelle Magdeburg) nur noch 0,9 Millionen Tonnen transportiert. Die anhaltend hohen Wasserstraßeninvestitionen laufen trotz aller gegenteiligen Beschwörungen der Ausbaulobby offensichtlich ins Leere, da immer öfter das nötige Wasser fehlt.

Die Elbe in Magdeburg am25. August 2008: Seit Juni herrscht Niedrigwasser in der Elbe. Eine wirtschaftliche Schifffahrt ist nicht möglich. Auch die umfangreichen Uferschotterungen ändern nichts daran.
Dazu der BUND-Landeschef von Sachsen-Anhalt, Prof. Volker Lüderitz:
„Die Elbe wird immer weniger als Wasserstraße genutzt. Obwohl Jahr für Jahr 40 Millionen Euro allein für die Erhaltung und Verwaltung der Wasserstraße Elbe ausgegeben werden, um laut amtlichen Prognosen eine Transport-Steigerung um 400 Prozent bis 2015 zu erreichen, geht der Trend in die andere Richtung. Der Güterverkehr sinkt stetig, obwohl jede transportierte Tonne rechnerisch mit 40 Euro subventioniert wird. Wenn selbst in einem relativ wasserreichen Jahr wie 2007 nicht einmal eine Million Tonnen Güter transportiert wurden, muss die Frage nach dem Kosten-Nutzen-Verhältnis der Wasserstraße Elbe auf den Prüfstand des Bundesrechnungshofes.“
Damit bekräftigt der BUND die aktuell veröffentlichte Position des Umweltbundesamtes, der obersten Umweltbehörde der Bundesrepublik Deutschland:
Zitat UBA: „Somit stellt sich die Frage, ob in Zukunft - unter den Bedingungen des Klimawandels - eine Schifffahrt auf der Elbe überhaupt aufrecht erhalten bleiben kann. Die Investitionen in den Wasserstraßenausbau müssten steigen, wobei die Folgen für die Umwelt, z. B. für die Auwaldgebiete im Biosphärenreservat Mittlere Elbe, gravierend wären“. | PDF
Der BUND kritisiert vor allem die laufenden und geplanten Baumaßnahmen entlang der gesamten Elbe, die angeblich zur „Ertüchtigung“ der Wasserstraße dienten sollten, nach BUND-Erkenntnissen vor allem aber der Flusslandschaft Schaden zufügen. Die Elbe und ihre Auen stehen lückenlos unter europäischem Schutz sowie unter dem Schutz der UNESCO, zum Teil als Welterbe und zum Teil als Biospärenreservat. Dies habe offensichtlich auch ie für den Naturschutz zuständige Landesregierung von Sachsen-Anhalt völlig vergessen. Der Grund: Wenn die Baumaßnahmen an Elbe und Saale zu einhundert Prozent vom Bund finanziert werden, drücken die Landespolitiker alle Augen zu.
„Das Land Sachsen-Anhalt schaut untätig zu, wenn das Flussbett und die Ufer der Elbe mit Schottersteinen sinnlos zugeschüttet und damit die schutzwürdige Landschaft entwertet wird“, so Lüderitz.
Eine Übersicht der Baumaßnahmen an der Elbe 2008 kann auf Wunsch zugesandt werden.
Rückfragen:
Prof. Volker Lüderitz | Vorsitzender BUND Sachsen-Anhalt | Telefon 0391- 88 64 367
Dr. Ernst Paul Dörfler | BUND-Elbeprojekt | Telefon 0392 44 290 | Mobil 0178 16 17 800
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