aktualisiert am Freitag, 8 August, 2008

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Pressemitteilung Aktionsbündnis Elbe-Saale | 06.08.2008

Nutzen des Saale-Elbe-Kanals tendiert vorausichtlich gegen Null

Bütikofer: Wirtschaftlichkeit des Saale-Elbe-Kanals muss geprüft werden

Der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Reinhard Bütikofer weilte gestern nachmittag in Barby/Sachsen-Anhalt, um sich während einer Bootsfahrt über den geplanten Saale-Elbe-Kanal zu informieren. Eingeladen hatte das Aktionsbündnis Elbe-Saale im Rahmen des 16. Internationalen Elbe-Saale-Camps.

Elbe-Saaale-Camp 2008

Bild in Anlage: Reinhard Bütikofer im Boot (Mitte), ganz links: Charlotte Hesselbarth, Bildautorin: Simone Fella

Auf einem anschließenden Podium mit 100 Teilnehmern zog die Wirtschaftswissenschaftlerin Charlotte Hesselbarth von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg eine ernüchtendernde Bilanz der Wirtschaftlichkeit des geplanten 100 Millionen Euro teuren Kanalprojekts: „Da die Europaschiffe mit über 1000 Tonnen Ladung den größten Teil des Jahres nicht durch die flache Elbe kommen, ist die Verlagerung von Gütertransporten auf das Schiff äußerst unwahrscheinlich. Der Nutzen tendiert voraussichtlich gegen Null“

Auch gestern lagen die Fahrrinnentiefen in der Elbe bei etwa einem Meter, die Frachtschiffahrt ist eingestellt. Um mit über 1000 Tonnen Ladung fahren zu können, seien über 2 m Tiefe erforderlich – und zwar nahezu ganzjährig.  

Reinhard Bütikofer forderte darauf den Landtag von Sachsen-Anhalt auf, umgehend eine Wirtschaftlichkeitsprüfung auf der Basis aktueller Daten vornehmen zu lassen. Man könne das Niedrigwasserproblem und den Klimawandel nicht einfach ignorieren, wenn für einen Frachtverkehr das nötige Wasser fehle, so Bütikofer.          

Staatssekretär Onko Aikens, der die Umweltministerin von Sachsen-Anhalt vertrat, sagte, dass er eine Prüfung der Wirtschaftlichkeit des Kanals „für nicht unvernünftig hält.“  

In der Dabatte wurde jedoch deutlich, dass in den laufenden Planungsverfahren eine aktuelle Analyse von Kosten und Nutzen des Kanals nicht vorgesehen ist. Dazu müssten Sachsen-Anhalts Politiker die Weichen stellen. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig habe inzwischen auch ein Angebot zur Mitarbeit unterbreitet.  

Das 16. Internationale Elbe-Saale-Camp wird am Sonnabend, den 9. August ab 14 Uhr mit einem Flussfest zu Ende gehen. Erwartet wird unter anderem der Anhaltische Kirchenpräsident Helge Klassohn zu einer Flussandacht.

Kontakt:
Simone Fella
Sprecherin des Elbe-Saale-Aktionsbündnisses
Tel.: 0178 1630203

Christina Weigel
Sprecherin des Elbe-Saale-Aktionsbündnisses
Tel.: 01520 823830

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