aktualisiert am Donnerstag, 29 Juli, 2010

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26.07.2010 | Volksstimme Genthin | Von Thomas Rauwald

Absage an Elbeausbau und Forderung an die Politik, Verkehrsprojekte gründlicher zu prognostizieren

Grüne Elbe-Saale-Tour macht Station in Hohenwarthe

Auf ihrer Radtour von Geesthacht nach Barby haben die Bundestagsabgeordneten der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Undine Kurth aus Magdeburg und Dorothea Steiner aus Osnabrück, auch in Hohenwarthe Station gemacht. 

Hohenwarthe. Eines machen die Parlamentarische Geschäftsführerin und Sprecherin für Natur- und Tierschutzpolitik, Undine Kurth, und die Umweltpolitische Sprecherin der Fraktion, Dorothea Steiner, unmissverständlich deutlich : Von einer Vertiefung der Elbe halten sie ebenso wenig wie von Staustufen. "Die eine, die wir in Geesthacht gesehen haben, soll auch die einzige bleiben", so Dorothea Steiner. Die Grünen-Tour entlang der Elbe sei schon eine Tour gegen den Elbausbau, gegen die Elbvertiefung und für die Entwicklung der Elbregion, aber mit einem anderen Schwerpunkt, meint Dorothea Steiner. 

Welche Schwerpunkte gemeint sind, beleuchtete Undine Kurth: Entwicklung des Tourismus als nachhaltigen Wirtschaftszweig entlang der Schönheiten der Elbe. 

Sie selbst sei seit ihrer Kindheit mit dem einst geschundenen Fluss eng verbunden. Seit der Wende entwickele sich mit der zunehmenden und jetzt deutlichen Verbesserung der Wasserqualität eine andere Einstellung der Menschen, die an diesem Strom wohnen. "Zu DDR-Zeiten wurde er nicht wahrgenommen", blickt Undine Kurth in die Vergangenheit von Umweltfrevel und Wasserverschmutzung zurück. Doch jetzt würden sich die Menschen dem Fluss wieder zuwenden. Der Tourismus nehme Formen an. Gerade Hohenwarthe habe als kleiner Ort, dem man kaum eine Entwicklungschance geben würde, gezeigt, welch positiven Weg selbst eine kleine Gemeinde nehmen könne, die den Vorteil, Elbanrainer zu sein, touristisch nutze. Das Potenzial, das Hohenwarthe als Naherholungsziel der Menschen aus der Landeshauptstadt Magdeburg habe, sei erkannt und aufgeschlossen worden. 

Ganz genau sei nicht zu ermitteln, wie viele Radler pro Jahr den Elberadweg nutzen und Hohenwarthe passieren, doch über 1000 Besucher zähle in jedem Jahr der Informationspunkt, der im Ort und nicht einmal direkt am Radweg liegt. In den letzten Jahren haben zwei neue, große Gaststätten mit Übernachtungsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe der Elbe ihren Betrieb aufgenommen. 

Die Tour hätten die Bundestagsabgeordneten auch genutzt, um den Fokus auf den Erhalt der außergewöhnlichen und teils einzigartigen Lebensräume zu richten. Man habe eine artenreiche Vogelwelt beobachten können mit Störchen, Kranichen, Roten Milanen oder Graureihern. Eine intakte Umwelt sei Voraussetzung unseres Lebens in der Zukunft, so Kurth.

Mit direktem Blick auf die Trogbrücke berichten die beiden Politikerinnen über eine Besichtigung des Wasserstraßenkreuzes mit dem Präsidenten der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost, Thomas Menzel. Diese ohne Zweifel ingenieurtechnische Meisterleistung müsse dennoch die Frage nach der Effi zienz erlauben. 500 Millionen Euro habe die Kanalbrücke gekostet. 18, 7 Millionen Tonnen sollten bis 2015 über den Kanal transportiert werden, war die Prognose. Sechs Jahre nach Inbetriebnahme seien 2, 7 Millionen Tonnen erreicht. Das sollte Anlass für die Politik sein, realistische, gründliche Berechnungen über die Effizienz von Verkehrswegen anzustellen. Das beziehe sich auf Kanäle und Autobahnen gleichermaßen.

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