aktualisiert am Donnerstag, 4 Februar, 2010

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03.02.2010 | Freie Presse Chemnitz

Heftige Kritik zu geplanten Baumaßnahmen in der Elbe

Wirtschaftswissenschaftler Zabel, BUND und Grüne in Kritik einig

Magdeburg (ddp-lsa). Der Wirtschaftswissenschaftler Hans-Ulrich Zabel aus Halle und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) haben den Ausbau der Elbe für große Binnenschiffe scharf kritisiert. Die Folgeschäden seien deutlich größer als der zu erwartende Nutzen, sagte Zabel am Mittwoch in Magdeburg. Der Professor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg forderte den Bund auf, die Vertiefung des Flusslaufs einzustellen. Auch die Grünen forderten ein Ende des Elbeausbaus.

Zabel nannte eine ganzjährige Befahrbarkeit der Elbe durch große Schiffe illusorisch und aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen unvertretbar. Es käme unweigerlich zur Störung von Naturrefugien. Ökologische und ökonomische Schäden wären die Folge. Pläne der Bundesregierung, bis 2011 eine Wassertiefe von 1,60 Metern zu gewährleisten, bezeichnete der Wissenschaftler als verfehlte Politik. Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann (CDU) hatte dies am Freitag in Berlin angekündigt.

Der Leiter des BUND-Elbeprojektes, Ernst Paul Dörfler, vermutet hinter den angekündigten Erhaltungsmaßnahmen einen heimlichen Ausbau des Flussbettes. Damit würden auch das UNESCO-Biosphärenreservat Mittelelbe ebenso wie das UNESCO-Welterbegebiet „Dessau-Wörlitzer Gartenreich" gefährdet.

Nach Einschätzung von Zabel ist die Elbeschifffahrt ökonomisch bedeutungslos geworden. Allein 2008 wurden auf dem Fluss im Raum Magdeburg nur noch 700 000 Tonnen Güter befördert, so wenig wie seit Jahrzehnten nicht. Dem hätten Ausgaben in Höhe von 40 Millionen Euro für den Erhalt der Fahrrinne gegenüber gestanden. Das entspreche einer Subventionierung je Tonne Fracht von 50 Euro.

Zabel sprach sich für eine sinnvolle Nutzung der Elbe aus. Dazu gehörten Fahrgastschiffe, Boote mit Elektroantrieb und dem Wasserstand angepasste Binnenschiffe. So wären Ausbauvorhaben nicht nötig und der Erhalt der Flusstalauen gesichert.

Der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Uwe Schrader, begrüße hingegen die Initiative der Bundesregierung. Es sei dringend notwendig, die Elbe wieder in den Zustand vor dem Hochwasser des Jahres 2002 zu versetzen. Zusätzliche Belastungen für die Umwelt schloss Schrader aus. Es gehe nicht um einen Ausbau der Elbe, sondern darum, den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen. Eine öffentliche Panikmache sei unangebracht.

Die Grünen-Landesvorsitzende Claudia Dalbert forderte hingegen, den nicht zu rechtfertigenden Elbeausbau sowie die Pläne für einen Saalekanal zu den Akten zu legen. (ddp)

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