aktualisiert am Freitag, 31 Oktober, 2008

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Mitteldeutsche Zeitung | 26.10.2008

Schifffahrt bleibt umstritten

Fachleute diskutieren über Zukunft der Elbe

DESSAU-ROSSLAU/MZ. Am Nachmittag kamen sie, drei hintereinander: halb beladende Schubverbände unter tschechischer Flagge, elbabwärts unterwegs. Man hätte sie als einen Kommentar betrachten können zum dritten Elbesymposium der Evangelischen Landeskirche, das am Sonnabend nur wenige Dutzend Meter entfernt im Dessauer Kornhaus stattfand.

"Gesamtkonzept Elbe - eine Flusslandschaft im Wandel". Anders als der Titel des Symposium es andeutete, ist der Wandel seit je der eigentliche Zustand der Elbe, der natürliche ebenso wie der von Menschen gemachte. Seit fast 20Jahren indes steht vor allem letzterer im Mittelpunkt einer Kontroverse, welche Rolle die Schifffahrt spielen soll. Dass diese seit Jahrzehnten zurückgegangen ist, wollte nicht einmal Thomas Menzel, Präsident der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost, bestreiten, als Ernst Paul Dörfler vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Zahlen nannte. 13Millionen Tonnen wurden noch 1913 auf der Elbe transportiert, gegenwärtig sind es eine Million Tonnen pro Jahr. Doch hielt Menzel dagegen: die Elbehäfen, ob in Magdeburg, Aken oder Dresden, verzeichneten Zuwächse - wenngleich vor allem als Umschlagplätze für die Schiene. Deren Kapazitäten im Hinterland des Hamburger Hafens - zu dem Menzel die gesamte Elbe zählt - reichten nicht aus, der Fluss werde als Transportweg benötigt. Eine Aussage, die Peter Westenberger vom Umweltzentrum der Bahn relativierte: Die Schiene verfüge über freie Kapazitäten.

Ein Streitpunkt ist die Frage, ob das Ziel einer ganzjährigen Mindesttiefe der Elbe-Fahrrinne von 1,60 Meter realistisch ist. Nein, sagte Hans-Jürgen Zabel von der Martin-Luther-Universität Halle, der Wert sei bestenfalls an 250 Tagen im Jahr erreichbar. Eine Schifffahrt auf der Elbe könne es nur geben, wenn dabei der ökologische Zustand des Flusses verbessert werde. Eine Sichtweise, die allmählich bei den Wasserstraßenbauern Gehör zu finden scheint. Aspekte der Raumordnung, der Schifffahrt, des Naturschutzes und des Tourismus müssten gleichermaßen berücksichtigt werden.

Die Ansätze gingen indes Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, nicht weit genug. Es bestehe immer noch ein Missverhältnis zwischen den ökologischen Eingriffen und dem Verkehrsaufkommen auf der Elbe.

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