aktualisiert am Mittwoch, 21 Mai, 2008

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Super Sonntag Wittenberg | 17. Mai 2008:

Podiumsdiskussion und Festgottesdienst

Erster Elbe-Kirchentag in Coswig: „Ein-Fluss verbindet“

Coswig (wg). „Wir alle sind verbunden durch das blaue Band der Elbe“, betont Klassohn. Von Sachsen bis Hamburg verbindet der Fluss sieben Landeskirchen und ihre Gemeinden. Und es sind vor allem die Menschen in den Gemeinden, die sich für die Bewahrung der Schöpfung engagieren. Bereits zwei Symposien hat die Landeskirche zum Thema Elbe durchgeführt, ein drittes gibt es im Oktober des Jahres. Der Tenor ist eindeutig: „Die Elbe und ihre Auen sind als Gottes Schöpfung zu respektieren, entsprechend sind nur ökonomisch und ökologisch geprüfte Projekte umzusetzen“, erklärt Klassohn.

Der Ausbau der Elbe als Hochleistungswasserstraße wird abgelehnt. Eine ganzjährige Fahrrinnentiefe von 1,60 Meter sei wegen der abnehmenden Wassermengen infolge des Klimawandels nicht machbar, da in Zukunft immer stärkere bauliche Eingriffe erforderlich seien, um diese Fahrrinnentiefe zu erhalten. „Die Elbe ist eine Kulturlandschaft, aber da, wo der Fluss noch relativ naturbelassen ist, soll dies auch erhalten bleiben“, sagt Klassohn. Die Behörden zeigten jedoch wenig Neigung zur Transparenz, wenn es um Fragen des Ausbaus bzw. der Unterhaltung ginge. „Von der Bundesregierung erwarten wir deshalb, das seit mehr als zehn Jahren versprochene Gesamtkonzept für die Elbe endlich vorzulegen“, fordert der Kirchenpräsident. Es gehe darum, die Schätze des Biosphärenreservates Mittlere Elbe sowie die Schönheit des Wörlitzer Parkes zu erhalten. Der Elbetourismus habe heute eine derart große ökonomische Bedeutung, dass er durch negative Eingriffe in das Flusssystem nicht gefährdet werden dürfe. Für den Transport müsse ein elbegemäße Binnenschifffahrt entwickelt werden, wie zum Beispiel mit dem flachgehenden Elbeschiff der Roßlauer Schiffswerft. „Die Interessen von Umwelt- und Naturschutz, Hochwasserschutz, Wirtschaft und Tourismus müssen in ein Gesamtkonzept für die Elbe miteinander in Einklang gebracht werden“, berichtet Klassohn.

Die Idee zum ersten Elbe-Kirchentag entstand vor mehr als einem Jahr in Magdeburg. „Wir haben damals überlegt, wo und wie können Menschen, die an der Elbe leben, ihre Erfahrungen austauschen, Probleme besprechen und sich zu einem fröhlichen Miteinander treffen“, erinnert Pfarrer Stephan Grötzsch von der gastgebenden Coswiger Kirchengemeinde St. Nicolai. Dass Coswig den Auftakt mache, verdanke sich zum einen der Tatsache, dass es hier eine der schönsten Elbelandschaften überhaupt gebe und zum anderen der engen Verbundenheit der Gemeinde mit dem Fluss. Seit 14 Jahren gibt es Elbegottesdienste in Coswig und seit 2002 werden hier regelmäßig auch Taufen in der Elbe durchgeführt. Bereits im Vorfeld wird eine besondere Aktion auf den Kirchentag aufmerksam machen: Claus Rainer Wolter aus Coswig wird von Dresden aus 188 Kilometer weit in seine Heimatstadt Coswig schwimmen, Start ist am 3. Juni und am 7. Juni will Wolter zum Kirchentag ankommen. Begleitet wird er von Frank Schwarzer im Motorboot. Wolter hat das Schwimmen in der Elbe gelernt, er liebt Fluss und Landschaft: „Sowohl in der Elbe als auch an der Elbe ist wieder Leben“, freut sich Wolter. „Man sollte der Elbe mit Respekt begegnen, insbesondere was die Strömung betrifft, man muss aber keine Angst haben.“

Elbekreuz und Festgottesdienst

Mit mehr als 1.000 Besuchern rechnen die Organisatoren des ersten Elbe-Kirchentags am Samstag, dem 7. Juni. Es werden Gäste aus anderen Elbgemeinden, Gruppen und Initiativen von Dresden bis Cuxhaven erwartet. In den Orten und Kirchengemeinden an den Elbufern hat die Sorge um Europas letzten frei fließenden Fluss eine lange Tradition. Auftakt ist ab 9 Uhr auf dem Hof des ehemaligen Klosters in unmittelbarer Nähe der Nicolai-Kirche, dort wird das Coswiger Elbekreuz errichtet. Zur offiziellen Eröffnung ab 10 Uhr in der Kirche werden Vertreter aller sieben Landeskirchen entlang der Elbe erwartet. Mit dabei ist das Elbe-Wasser-Kreuz von 1995 aus dem Riesengebirge. Banner oder Ribbons, welche die Gemeinden mitgebracht und auf denen sie ihre Wünsche zum Thema Elbe geschrieben haben, werden getreu dem Motto des ersten Elbe-Kirchentages zu einem langen Band verknüpft. Im Pfarrgarten gibt es ein Kinderprogramm, außerdem präsentieren sich die Gemeinden, Bürgerinitiativen und Verbände an Ständen.

Um 11 Uhr beginnt die von der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt organisierte Podiumsdiskussion zum Thema Elbe, es nehmen unter anderem Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), der Präsident des Umweltbundesamtes Professor Dr. Andreas Tröge sowie die Europa-Abgeordnete Gisela Kallenbach (Grüne) teil. Anschließend wird das Coswiger Elbekreuz von der Stadtkirche auf dem Pilgerweg hinunter zur Elbe getragen und circa 300 Meter flussaufwärts vom Zentrum der Kanusportler aufgestellt, dort beginnt um 14.30 Uhr auch der Festgottesdienst, die Predigt hält Kirchenpräsident Helge Klassohn. Zum Abschluss werden kleine Papierschiffe gebastelt und zusammen mit Blumen in die Elbe gelassen als Gruß für den zweiten Elbe-Kirchentag, der 2009 in Mühlberg stattfinden wird. Gleichzeitig zum ersten Elbe-Kirchentag führt die Evangelische Jugend Anhalts von Freitag, dem 6. bis Sonntag, dem 8. Juni ein Jugendcamp auf dem Gelände des Kanuvereins durch, zu dem circa 100 Teilnehmer erwartet werden.

Die Jugendlichen reihen sich am Sonnabend in den Pilgerweg ein und nehmen auch am Elbegottesdienst teil. „Mit einem Drachenboot-Wettbewerb und einem Workshop zum Thema Bau von Grasbooten entdecken sie die Elbe als Erlebnisraum“, berichtet Martin Bahlmann, Anhaltischer Landespfarrer für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Samstagabend ab 20 Uhr gastieren mit „Coloured Rain“ aus Dresden und „Blossom“ aus Leipzig zwei bekannte Bands.

Stimmen Sie bitte für die Elbe und Saale!!!
www.elbe-saale-kanal-nein.de

Dr. Ernst Paul Dörfler
BUND-Elbeprojekt
www.elbeinsel.de

Telefon: 039244-290
Mobil: 0178-1617800

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