Neue Länder wollen stärker vom Güterverkehr profitieren
Mitteldeutsche Zeitung | 10.05.07
Drängen auf Ausbau des Straßen- und Schienennetzes in Nord-Süd-Richtung
Magdeburg/dpa. Die ostdeutschen Bundesländer wollen stärker vom Güterverkehr zwischen Skandinavien und Südosteuropa profitieren und drängen deshalb auf einen Ausbau des Straßen- und Schienennetzes in Nord-Süd-Richtung. Gemeinsames Ziel sei es, noch bestehende Infrastrukturlücken zu schließen, sagte Sachsen-Anhalt Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) am Donnerstag nach einem Treffen mit seinen Ostkollegen in Magdeburg. Die Länder wollten gemeinsam mit der Wirtschaft dafür eintreten, dass der Bund und die EU ausreichend Geld in den «Nord-Süd-Korridor» investierten.
Ausbaubedarf sehen die neuen Länder nach den Worten von Brandenburgs Verkehrsminister Reinhold Dellmann (SPD) etwa bei den Bahnstrecken zwischen Rostock, Berlin und Dresden, zwischen Wismar und Magdeburg oder zwischen Halle, Erfurt und Frankfurt/Main. Ein wichtiges Projekt sei auch die Nordverlängerung der Autobahn 14 von Magdeburg nach Schwerin. Die Elbe müsse weiterhin für den Gütertransport ertüchtigt werden. Vom Güterverkehr auf modernen Verkehrswegen könnten viele Branchen profitieren, sagte Dellmann.
Thüringens Verkehrsminister Andreas Trautvetter (CDU) verwies ähnlich wie seine Kollegen darauf, dass die derzeit stark genutzte Nord-Süd-Magistrale von Dänemark über den Hafen Hamburg nach Süddeutschland und weiter über die Alpen überlastet sei. Vor diesem Hintergrund sei der geplante milliardenschwere Bau einer Brücke von Schleswig-Holstein über den Fehmarnbelt nach Dänemark aus Sicht der neuen Länder verkehrspolitisch nicht sinnvoll. «Die bessere Alternative ist der Ausbau des Güterverkehrs zwischen Dänemark über den Ostseehafen Rostock», sagte Trautvetter. Eine Brücke an dieser Stelle, deren Kostenrahmen unüberschaubar sei, wollten die Ostländer nicht, ergänzte Daehre.
Kommentar:
Das nach dem Elbe-Syodenbeschluss der Kirchenprovinz Sachsen vom Verkehrsminister Daehre für den 28.6.07 unterbreitete Gesprächsangebot (Wissenschaftler, Kirchen und Verbände waren geladen) wurde nach Angaben von Prof. Geller (UFZ) „aus Termingründen“ vom Minister abgesagt. Statt dessen lesen wir von seiner Ertüchtigungsabsicht der Elbe in der MZ.
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